Nina

Wau, ich bin online!

Und ich darf mich selber vorstellen: Ich bin Nina!

So wurde ich getauft, nachdem ich am 14. Dezember 1998, endlich ... MEINE FAMILIE gefunden habe...
Aber alles schön der Reihe nach.
Ihr fragt euch: Wieso ich meine Familie gefunden habe?

NinaEs war so...

Eines Tages, anfangs Dezember wurde ich mit einer Leine angebunden; an einen Baum, Zaun oder sonstigen Gegenstand und niemand hat mich mehr abgeholt.
Aber sie haben die Leine angeschnitten, damit mir meine Befreiung leichter gelingen würde.
Und so konnte ich mich auf den Weg machen.
Wohin genau wusste ich noch nicht.
Ich bin gelaufen und gelaufen und in ein Dorf gekommen.
Dort bin ich einige Tage umhergeirrt.
Ich wusste nicht wo ich war und wo waren meine Leute?
So habe ich mich in Tiefgaragen versteckt um die Nacht an einem nicht kalten Ort verbringen zu können.
Eines Morgens lief ich über eine Hauptstrasse und wurde beinahe angefahren.
Hui, bin ich erschrocken!
Es war mir egal, ich wollte in dieses Quartier auf der anderen Strassenseite und so lief ich weiter.
Doch kaum verstummten die quietschenden Bremsen, rief eine Männerstimme: „Chum da häre"!
Irgendwie war mir die Stimme sympathisch und ich kroch auf sie zu.
Der Mann führte mich in einen warmen Keller und ich schlief dort sofort ein; ich war doch sooo müde!
Plötzlich öffnete sich die Kellertür und eine Frau brachte mir Wasser und gaaanz feines Katzenfutter! Ich war glücklich! Endlich wieder mal jemand der mich streichelte, leise und liebevoll mit mir sprach. Ich rutschte ganz nah zu dieser Frau hin und beschloss; da gehe ich nie wieder weg!
Am Nachmittag durfte ich an der Leine nach draussen zum Spazieren und dann endlich ins Haus rein.

Aber was sah ich da! Zwei Katzen wohnten hier... so eine Unverschämtheit!
Meine neue "Mama" erklärte mir aber sehr bestimmt, dass Sämi und Sir Henry auch hier zu Hause seien und ich mich unbedingt mit ihnen arrangieren müsse, wenn ich bleiben wolle.
Dieser Sir Henry war aber gar nicht von mir angetan und ich mochte ihn auch nicht besonders; versuchte er doch sofort seine Krallen in meine Schnauze zu schlagen! Mit der Zeit haben wir uns aber sehr aneinander gewöhnt.
Ich würde sagen, ich mochte ihn sogar.

Meine neue Rudelführerin war von Anfang an begeistert von mir und ich habe ihr alle meine guten Seiten gleich zu Beginn gezeigt. Ich habe gedacht, sie soll wissen wie schnell ich bin.
Wieso sie das Jagen von Katzen, Enten und Mäusen nicht liebt, weiss ich bis heute nicht genau; ich wäre doch so gut darin und sie will es einfach nicht tolerieren.
Dafür hat sie mich aber nach etwa 2 Wochen in einen Erziehungskurs mitgenommen.
Das muss sein, sagte sie... Ich fand das Ganze etwas langweilig; aber sie versprach wenn ich toll gehorchen würde, dürfte ich zum Ausritt mit Pavois mitkommen und in einen Agility-Kurs.
Ich liebe diese Ausflüge mit dem Pferd bis heute. Pavois ist leider gestorben, ich war sehr traurig damals und habe mich ganze 2 Stunden neben ihn gelegt.
Ich dachte er steht dann schon wieder mal auf. Ich konnte es nicht verstehen.
Leandro ist aber auch ein super Typ und ich freunde mich nun mit ihm ins Feld zu dürfen.

Agility haben meine Rudelführerin und ich jahrelang gemeinsam gemacht und ich war flitzeschnell.
Wir durften sogar einige Male auf einem Treppchen stehen (auch zuoberst) und komische „Näpfe" heim nehmen.
Heute schont mich meine Rudelführerin. Sie sagt, dass es für meine Gelenke nicht mehr gut wäre mit Vollgas durch einen Parcours zu sausen.

Das Allerschönste für mich sind aber die Wanderungen in den Bergen mit meiner Familie. Da fühle ich mich wie ein Wolf! Ich darf durch die Steine und Sträucher schnüren und überall sind Düfte und Düfte und Düfte ...

Nina, Anschi & FritzNina

Abends geselle ich mich jeweils mit meinem Quitschball zu Fritz (das ist der Mann, welcher neben meiner Rudelführerin schläft) und gemeinsam singen wir ein Liedchen. Ich glaube, meine beiden 2-Beiner mögen das sehr. Sie lachen dann immer und sind vergnügt.

Ich bin zwar nicht mehr die Jüngste, doch immer noch sehr fit und meine Menschen sagen; ich sei auch sehr schön!

Als ich neune Jahre alt war, haben sie mich zu einer Mischlings-Ausstellung gebracht. Meine ganze Familie ist mitgekommen; sogar Frauchens Sohn und seine Freundin! Ich musste ewig lang rumstehen und mich im Kreise drehen. Da habe ich einfach an der Leine gezerrt und wollte aus dem Ring. Doch plötzlich haben alle geklatscht und ich durfte wieder aufs oberste Treppchen. Seither nennen sie mich manchmal Miss Schweiz.

Ich habe schon sehr viel erlebt in meinem Leben, denn ich darf (fast) überall hin mit meinem Rudel.

Meine "Mama" schaut mich manchmal lange und sehr nachdenklich an. Sie sagt: Das sie mich innigst liebt und ich ihre Beste sei.
Sie würde mich am liebsten nie, nie wieder hergeben und sich von mir trennen müssen.
Da bin ich schon froh, ich habe damals doch so lange mein Rudel gesucht!

Anschi, Nina und Sir Henry
Faulpelze

Nina und Sir Henry
Zwei „dicke" Freunde

Zwei im gleichen Boot
Zwei in einem Boot

Fritz und Nina in der Hängematte
Endlich mal durchhängen:-)


Findlingshund

Wer hat dich geboren, mit Fledermausohren,
mit pfiffigem Köpfchen, mit Augen wie Knöpfchen
mit magerem Ränzchen, geringeltem Schwänzchen,
beseelt und lebendig, getreu und verständig

Wer hat dich besessen, verstoßen, vergessen?
Eine Sammlung von Rassen, ich kann dich nicht lassen
du Bastard, du kleiner, ab heut' wirst du meiner.
Ob Reichtum, ob Not, wir teilen das Brot.

Lotte Tiedemann